Projekt – Flüssigdünger selbst gemacht

Jauche klingt unangenehm und „stinkt“. Flüssigdünger aus Pflanzensaft ist im Ergebnis das Gleiche, hat gefühlt ein deutlich besseres Standing.

Fertigen Flüssigdünger bietet der Fachhandel in Flaschen oder Kanistern heute für unterschiedliche Pflanzenarten an. Warum fertig kaufen, wenn Sie es ganz einfach selbst herstellen können. Wer sich im Garten umschaut, stellt fest, dass viele Pflanzen mit hochwertigen Nächstoffen und Spurenelementen irgendwo im Garten oder seiner Nähe wachsen, aber oft als „Unkräuter“ verachtet werden.

Projekt - Flüssigdünger selbstgemacht
Brennnessel-Flüssigdünger

Der Prozess der Jauche-Herstellung  ist vergleichbar mit dem des Kompostes. Nur schneller in der Entstehung und auch schneller in der Aufnahme der Pflanzen.

Kräuter und andere Pflanzen benötigen eine ausgewogene Nährstoffversorgung als Grundlage zur Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten, aber auch um gesund und kräftig zu wachsen.

Wie komme ich nun zu meinem Flüssigdünger (Jauche)? Starten wir gemeinsam unser Projekt „Flüssigdünger“. Bereits nach 14 Tagen düngen Sie Ihre Pflanzen mit einem hervorragenden Brennnessel-Dünger. Dieser steht stellvertretend, weil er universell einsetzbar ist. Diese Punkte beschreiben das „Grundrezept“, der bei einzelnen anderen Kräutern variieren kann. Weitere Spezialdünger finden Sie im Blog.

 

10 Tipps zur Herstellung von eigenem Flüssigdünger

  • schneiden Sie die Brennnesseln mit Stängel, Blätter, Blüte ggf. Wurzel ab.
  • Anschließend werden diese zerkleinert. Das geht Stängel für Stängel. Mir reicht das grobe Zerkleinern mit der Heckenschere im Eimer.
  • Auf 1 kg frische Pflanzenmasse kommen vier Liter Wasser. Bitte nicht auf die Waage legen – wir backen nicht!
  • 3-4 Tage ruhen lassen
  • Dann täglich umrühren, damit Sauerstoff ins Wasser gelangt und zur Vermehrung der Mikroorganismen beiträgt
  • Bei regelmäßigem Umrühren wird der „nicht ganz angenehme“ Geruch der Gärung vermieden. Der wird aber auch durch die Zugabe von Gesteinsmehl reduziert.
  • Nach 14 Tagen ist der selbst angesetzte Flüssigdünger fertig. Der Zustand ist gut zu erkennen, wenn der Sud nicht mehr schäumt. Lassen Sie nun die Masse, ok sieht beim ersten Mal etwas ekelig aus, durch ein Sieb laufen. Aufgefangene Pflanzenreste werden nicht entsorgt, sondern finden im Kompost ihre weitere Bestimmung.
  • Das nun fertige Konzentrat – der Flüssigdünger – wird im Eimer oder im Kanister aufbewahrt.
  • zum Gießen mehrere Becker mit Wasser in der Gießkanne verdünnen
  • unverdünnt – also als Konzentrat – werden Pflanzenteile mit der Sprühflasche besprüht

 

Zur Stärkung und Kräftigung der Pflanzen nehme ich eine Konzentration von 1:20, die einmal wöchentlich gegossen wird. 1:20 bedeutet den Inhalt einer Gießkanne in einer 200 l Tonne mit Wasser auffüllen.

 

Wer diesen Rhythmus beibehält und direkt wieder neues Material ansetzt, ist den ganzen Sommer über versorgt.